Lassen wir uns von keinem noch so gelungenen Anfang beruhigen,

denn Gedichte sollen bewegen, sollen anstoßen, Anstoß erregen! Emotionen, Gedanken, Sinneswandeln* hervorrufen! !

Das wusste schon Schiller, der 1797 an Goethe schrieb: Poesie erwecke bei ihren  Leserinnen und Lesern wesentlich leichter Mißmut als Behaglichkeit. Ja, wen wundert’s und wer wollte auch schon Liebesgedichte zur Beruhigung schreiben? oder lesen? Wahrlich, daran liegt Liebenden undoder Geliebten meist wenig.

Wir sollten also, ebenso wie Sie, mit Aufregung rechnen, ihrer nicht nur harren, sondern danach trachten, uns ihr anheimzugeben im Sinne dichteren oder dichternden Lebens.

Lyrik ist Dichtung, aber nicht im Sinne von Erdichtung sondern im Sinne von Verdichtung. Eine Verdichtung, die alles Wesentliche auf den Punkt bringen kann. Und Punkte, das ist selbst in unserem so technischen Zeitalter bedeutsam, sind bisher genau so wenig beobachtet worden, wie die seit Platon und Aristoteles, spätestens aber seit Descartes so sehr gesuchte Seele. Beide passen also gut zusammen.

Wir werden dagegen allerorten mit Bildern überhäuft und die Sprache scheint dagegen zu verkümmern. Zu diesem Überfluss soll ein Bild dann noch mehr als tausend Worte sagen. Bei der Vielzahl der uns umgebenden Visualisierungen folgen daraus zig-Millionen Worte die uns ständig anbranden. Das mag einen lyrischen Zeitgenossen zu folgendem klagenden Aphorismus veranlassen:

Mit der „Magie des Wortes“, mit ihrem Zauber wollen wir uns hier im Lyrik-Lab beschäftigen. [RationalistInnen seien auf den lyrischen Modus ponens oder das cartesianische Selfie verwiesen.] Denn das ist es auch, was unsere an keinem organischen Ort aufgefundenen Seelen ausmacht, der Zauber!
Der Zauber der Seelen mag sich dabei nicht so recht fassen lassen, das kann sein. Deshalb halten wir uns hier an den Zauber der Worte. Das scheint gewagt, aber darüber hinaus hoffen wir sogar, bei dieser Beschäftigung so daneben zu greifen, dass danebenbei doch noch etwas wie Seele zu erhaschen ist

Richard Schönherz und Angelica Fleer haben seit 2001 mit ihrem „Rilke-Projekt“ auf wunderbare Art Gedichte eines 75 Jahre zuvor gestorbenen Dichters wiederbelebt. Das hat was, aber die Liebe zur Lyrik sollte jedem Menschen aus seinem Inneren, seiner Gegenwart erwachsen. Diesem lyrischen Ich den Frühling zu künden ist Zweck des Lyrik-Projektes.

Dabei sind Liebesgedichte, die ja den Auftakt dieses Teils des Lyrik-Projektes spielen, auch heute noch die Königsklasse der Lyrik. (Wenn sich die Zeiten  mittlerweile nicht nur für Liebende, sondern auch für die Liebe geändert haben.).
Liebesgedichte bieten aus der Fülle der Sprache einen tendenziell nur für den individuellem Menschen (da sind wir so ziemlich alle gleich :-) gesuchten, gefundenen, geschaffenen Ausdruck, nicht nur des Herzens, auch des Verstandes. Insofern kann ihre Publikation nie beispielhaft, allenfalls anschaulich erfolgen. Sie sprießen deshalb zum Schluss.

Wenn drei Gedichte dieser Kategorie „aus dem wirklichen Leben“ am Anfang stehen, so führt der Weg zu den schönsten davon doch über vielfältigste Weisen. Wir können nur einige und eigene Weisen wie in den folgenden Reisebeschreibungen behandeln. (Schönheit wird selbstverständlich individuell empfunden, abhängig von momentanen Stimmungen, gemachten Erfahrungen und ersehnten Erlebnissen, aber nicht nur, es gibt auch eine übergreifende Schönheit.)

Wer, wenn nicht Dichter selbst, sollten von der Liebe zur Lyrik berichten. Wenn er auch nicht unbedingt objektiv darüber urteilt, urteilen kann, so kann er gerade deshalb als ihr engagierter Anwalt auftreten. Deshalb gibt es nebenbei auch etliche Ausführungen; deren Tragfähigkeit und Tragweite müssen die LeserInnen selbst erforschen.
 Aber genug der einleitenden Worte, jetzt geht es los
Wenn Sie wollen, weiter zur geliebten Lyrik>

 

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